
Einfach anders! - Dr. Siri ist ein erfrischend skuriler Charakter, der sofort Gestalt annimmt. Der Autor beschreibt diese Geschichte in brillianter Sprache. Nicht zuviel und nicht zuwenig. Es ist kein Buch, in dem man Zeilen überfliegen kann. Jeder Satz ist wichtig und auf seine Weise einzigartig. Ich habe oft gelacht und war gleichzeitig gespannt. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der sich für krimis begeistern kann. Bei diesem Buch stimmt einfach alles. Ich hoffe, dass dies nur der Anfang einer neuen Reihen rund um Dr. Siri ist!
Für mich einer der besten Krimis des Jahres 2008! - In der stetig wachsenden Vielfalt an Krimis, fällt es mir persönlich immer schwerer ein einzigartiges Buch zu finden, dass sich vom Allerlei des heutigen Mainstreams abhebt. Dieses Mal wurde ich jedoch fündig, ohne wirklich gesucht zu haben. Dr. Siri und seine Toten fiel mir als Leseexemplar schlichtweg in den Schoß und wäre von mir auf dem regulären Novi-Tisch in der Buchhandlung wohl schlichtweg übersehen worden. Und das wäre wahrhaft eine Schande gewesen. Colin Cotterills erster Roman um den 72-jährigen Dr. Siri, der im kommunistischen Laos der 70er Jahre zwangsweise zum einzigen Pathologen des Landes ernannt wird, ist mehr als lesenswert. Es ist so mit das Beste Stück Kriminalliteratur, was mir in den letzten Monaten in die Finger gekommen ist. Das liegt nicht nur am ungewöhnlichen Schauplatz des Plots, sondern in erster Linie an Cotterills unnachahmlichen Schreibstil. Selten, wirklich sehr selten, hab ich mich bei einem Krimi, und Dr. Siri und seine Toten ist trotz grandiosem Wortwitz und viel Ironie ein Vollblutexemplar dieses Genres, so amüsiert und kurzweilig unterhalten gefühlt. Von Seite eins an kommt man als Leser nicht aus dem Schmunzeln raus und wird trotzdem gleichzeitig von der stetig spannender werdenen Story immer mehr gefesselt. Siri, der mit seinem am Down-Syndrom leidenden Assistenten Dr. Geung und der Sekretärin Dtui die völlig unerfahrene Speerspitze der laotischen Gerichtspathologie bildet, dient nicht nur als Schlüssel zum Ganzen, sondern ermöglicht mit augenzwinkerndem Humor auch einen Einblick in die Geschichte der südostasiatischen Staates, der erst von Franzosen und später von Amerikanern besetzt war. Cotterill lässt dabei ein nicht unerhebliches Maß an Gesellschaftskritik mit einfließen, ohne jedoch an irgendeiner Stelle belehrend oder gar wertend zu werken. Vielmehr wirft er einen liebenswürdigen und vor allem scharfsinnigen Blick auf ein Land, dessen Bekanntheitsgrad im Westen im Bereich null tendieren dürfte. Das der ein oder andere ehemalige DDR-Bürger eventuell ein Deja-vu erleben dürfte, liegt in der Natur der kommunistischen Sache. Zum Mordfall an sich: Der ist so intelligent und komplex wie die Story selbst und hat mich bis zur letzten Seite gepackt. Mit viel Charme und einer gewissen Hartnäckigkeit geht Siri den mysteriösen Umständen beim Tod von Frau Nitnoy, Ehegattin eines hohen Parteigenossen, nach und stößt dabei auf so einige Widersprüche. Bewaffnet mit einem französischen Pathologiebuch aus dem Jahre 1948 und mithilfe der Unterstützung einiger Freunde, rückt er dem Mörder immer stärker auf die Pelle, der sich trotz einiger Anstrengungen seines greisen, aber gewitzten Verfolgers nicht entledigen kann. Der Spannungsbogen steigt dabei von Seite zu Seite an und selbst am Ende erlaubt sich der Autor keine Fehler, denn die Auflösung weiß nicht nur zu überraschen, sondern rührt auch an den Gefühlen des Lesers. Insgesamt ist Dr. Siri und seine Toten meiner Meinung nach einer der besten Krimis des Jahres 2008. Ein wahrhaft kluges, feinfühliges und schlichtweg schönes Buch, das nicht nur aufgrund der höchst sympathischen Hauptfigur das Warten auf die Nachfolgebände zur einer wahren Geduldsprobe macht.
Ganz grosse Klasse!!! - Diese Buch hat einfach alles, was ein gutes Buch liefern kann, die Story ist spannend, in sich schlüssig, der Schreibstil ist sehr bildhaft und auf das Schönste mit intelligentem, fast comicmässigem Humor durchtränkt.Die Fähigkeit zu schreiben scheint Cotterill einfach so aus dem Ärmel zu schütteln, nie trabt das Buch auf der Stelle, ständig entstehen spannende Momente. Es werden unter anderem die dyshumanen Auswirkungen eines kommunitischen Regimes so derart auf die Schippe genommen, das es wie die Entlarvung einer politischen Lüge wirkt.Wer schwache Nerven bezüglich bildhaft beschriebener Obduktionen hat sollte dieses Buch meiden, die, welche aber ein spannendes Buch schätzen das auf intelligentem Niveau, politisch als auch spirituell gehalten ist sind mit Cotterill bestens bedient-----ich bin begeistert!
Einer der schönsten Krimis des Jahres 2008 und ganz generell - Ich habe den Erstling von Colin Cotterill im Original vor einigen Jahren gelesen (The Coroner s Lunch) und war hellauf begeistert. So ein kluges Buch, das so witzig das Leben im kommunistischen Laos der 70ziger Jahre beschreibt!!! Dr. Siri wird auf seine alten Tage mit 72 Jahren zum ersten und einzigen Gerichtspathologen von ganz Laos ernannt, ohne eine entsprechende Ausbildung zu haben. Als Gehilfen hat er einen jungen Mann, der an dem Down-Syndrom leidet und eine gewitzte Krankenschwester. Wie klug und mit so primitiven Hilfsmitteln dieses Trio den verzwickten Fall löst, wie viel Gesellschaftskritik zusätzlich einfließt, das ist echt grandios.Hoffentlich werden auch die Nachfolgebände, die ähnlich gut sind, übersetzt, so daß sich viele Leser finden werden.
Ein liebenswürdiger Blick auf ein Land, das nicht oft von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen wird - Mit viel Ironie und Wortwitz beschreibt Colin Cotterill die Zustände in Laos nach der Machtergreifung der Kommunisten. Dabei entwickelt er mit Dr. Siri eine sympathische Person, die auf sehr originelle Art und Weise ermittelt. Aus Dr. Siris Sicht bekommen wir einen Einblick in die Geschichte Laos, das erst von den Franzosen und dann von den Amerikanern besetzt war.Besonders schön beschreibt Cotterill die Behutsamkeit der Menschen im Umgang miteinander, den stark ausgeprägten Glaube an Geister und die Verehrung für Buddha, der bei den Leuten so tief verankert ist, das selbst ein rationales System wie der Kommunismus dem nicht beikommen kann.Ein spannender wie liebenswürdiger Blick auf ein Land, das nicht oft von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen wird. Sehr lesenswert