
Grandioser Beginn einer langen Karriere! - Mit Casino Royale ist Ian Fleming einer der besten Romane gelungen, die ich je gelesen habe. Er gehört wirklich zu meinen absoluten Lieblingen!Die Handlung im Buch ist weniger action-betont als im Film, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Anders als im Film wird hier auch kein Poker sondern Bakkarat gespielt. Die Regeln dieses Spiels sind etwas kompliziert, aber die Szenen am Kartentisch bleiben auch spannend, wenn man nicht alles verstanden hat. Ein weiterer Unterschied zum Film ist das Szenario: Wo der Film Bond in einer Post-9/11-Zeit zeigt spielt das Buch während des Kalten Krieges. LeChiffre ist dementsprechend auch ein russischer Agent. Auch wenn die Darstellung der Russen heute natürlich nicht mehr zeitgemäß wirkt, tut es dem Spaß keinen Abbruch, wenn man bedenkt zu welcher Zeit dieses Buch entstanden ist.Flemings Schreibstil ist sehr flott. Er hält sich nicht mit ausufernden Beschreibungen auf und verliert sich auch nicht in unnötigen Details. Trotzdem hat man zu keiner Zeit das Gefühl, dass etwas Wichtiges fehlen würde. Die Handlung weißt zudem auch sehr viele ruhige Momente auf, die dazu dienen dem Leser die Charaktere näher zu bringen, sodass man zu jeder Zeit mit ihnen mitleiden kann.Alles in allem ist Casino Royale ein gelungener Agenten-Thriller, der Unterhaltung auf höchstem Niveau liefert und auch für Leute interessant sein sollte, die bisher nur die Filme kennen, damit sie mal erfahren, wie Bond ursprünglich war.
Der Beginn einer glorreichen Agentenkarriere - Wie zu erwarten unterscheidet sich Ian Flemings Buch Casino Royale sehr von der Verfilmung mit dem neuen 007 Daniel Craig und das ist auch leicht verständlich wenn man bedenkt dass der Roman 1953 geschrieben wurde. So bedient sich Casino Royale noch der Verhältnisse des kalten Krieges, wo James Bond es noch mit Agenten des KGB zu tun hatte.Der französische Gewerkschaftsboss Le Chiffre ist nicht nur ein begeisterter Glücksspieler, sondern auch Agent des sowjetischen Geheimdienstes SMERSCH, aus dessen Fonds er jedoch einen beträchtlichen Betrag für eigene Zwecke abgezweigt hat. LeChiffre droht der Tod sollte es ihm nicht gelingen das Geld innerhalb weniger Tage zurückzuzahlen und so richtet der in Ungnade gefallene Agent ein Baccara-Turnier aus, auf das schon bald auch westliche Geheimdienste aufmerksam werden. Der MI6 entsendet deshalb James Bond, um LeChiffres Pläne zu vereiteln. Zu seiner Unterstützung und persönlichen Freude wird ihm dabei die attraktive Vesper Lynd zugeteilt und schnell stellt sich heraus das die Briten nicht das einzige Land sind, das Agenten auf LeChiffre angesetzt hat...Der erste James Bond-Roman unterscheidet sich zwar grundlegend nicht von seiner neuesten Verfilmung, doch finden sich gerade in den Details viele Abweichungen, wie in den Hintergründen des MI6, wo Bond einen Vorgesetzten S in der Abteilung S (für Sondereinsätze?) hat und die Abteilung Q für die Ausrüstung zuständig ist, während der Geheimdienstleiter aus unerfindlichen Gründen M genannt wird. Schade auch, dass die restlichen James Bond Bücher nicht neu aufgelegt werden, weshalb man nicht hinter dieses Geheimdienstprotokoll und allerlei Verwicklungen im Hintergrund der 007-Serie kommen wird.Um ehrlich zu sein, Ian Fleming in allen Ehren, aber Casino Royale alleine erlaubt es dem Leser kaum eine Beziehung zu seinem Lebenswerk aufzubauen und sich mit James Bond und dessen Welt zu identifizieren. 200 Seiten sind ausnahmslos zu wenig, um etwas damit anfangen zu können, gerade beim Mythos James Bond. Geht man von Casino Royale aus, ist Bond zwar ein interessanter Charakter, ebenso wie andere Charaktere seiner Welt, die von einer gewissen Spannung gezeichnet ist, doch bleiben einfach zu viele Fragen offen und moderne Leser werden sich mehr Action wünschen, die ebenso wie die Handlung zu kurz kommt, denn Casino Royale ist offensichtlich ein Kurzroman und das sollte man bei der Lektüre nicht vergessen.Fazit:Für sich genommen ein spannender Kurzroman.
Bond wird geboren - 1953 wird der Roman Casino Royale veröffentlicht. Noch ist der 2. Weltkrieg in den Köpfen von Lesern und Autor, und so ist es keine Überraschung, dass dieser Bond sich seine Position als Doppel-Null-Agent durch die Tötung eines deutschen und eines japanischen Agenten im Krieg verdient hat. So ist es auch kein Wunder, dass die zentrale Szene im Buch äußerst grausam ist und dass es immer wieder Verweise auf Gewalt und Verstümmelung gibt - ein Hotelier ohne Arm, ein Agent mit nur einem Auge, der Verweis auf deutsche Foltermethoden im Krieg. Und auch die letztendliche Auflösung der Geheimnisse in diesem Roman greift auf Ereignisse im Krieg zurück. Ich glaube, nur durch die Ereignisse des 2. Weltkriegs kann man die Atmosphäre des Buches verstehen, und auch die Genese einer Figur wie Bond. Eigentlich aus der Unterklasse (er spricht regelmäßig und gerne und an prominenter Stelle des Buches von bitches), aber Krieg und Gewalt machen die Menschen gleich. Und nach Krieg und Gewalt versucht man auch, intensiv zu leben, sei es durch Sex oder die klassischen Genussmittel der 50er wie Kaviar, Champagner, schöne Autos, schöne Kleider und Glückspiel. Vielleicht ist das ja der Ursprung der Legende. Dagegen finde ich die Geschichte selbst und die Schreibweise des Buches nicht überzeugend. Sieht man einmal von dem extremen Lebensstil der Protagonisten am Rande des Abgrundes ab, sind die Personen eindimensional gezeichnet. Die Dialoge sind deutlich schwächer als in den Filmen. Die Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse findet beim Spiel Baccara statt, wo Glück deutlich mehr eine Rolle spielt als beim Texas Hold em Poker, das man im Film verwendet hat. Letztendlich gewinnt Bond im Buch eher durch Glück als durch Können. Ein seltener Fall: In der Verfilmung gibt es mehr Psychologie zu sehen als in der Buchvorlage. Besonders fällt dies in der Figur des Bösen auf. Le Chiffre bleibt einem völlig fremd, unverständlich, fast eine Comicfigur. Auch im Buch denkt Bond zwar über Gut und Böse und über seinen Beruf und sein Leben nach, es bleibt aber alles recht oberflächlich, manchmal sogar klischeehaft.Nein, dieses Buch muss man nicht gelesen haben. Es befriedigt natürlich schon ein historisches Interesse an der Entstehung eines modernen Mythos. Aber man merkt, dass Fleming als Autor ein Anfänger war. Aber im Bereich Sex und Gewalt ging er weiter als seine Kollegen, war vielleicht einfach konsequenter, und so wurden seine Bücher verfilmt und nicht die der Konkurrenz. Aber Casino Royale ist und bleibt ein schlechtes Buch. Zum Schluss allerdings noch dieses: Fleming selbst war sich der Ambivalenz der von ihm geschaffenen Figur möglicherweise völlig bewusst. Am Ende des Buches vergleicht Bond seine eigene Rolle in der Welt mit Indianerspielen, ein Begriff aus dem Mund von Le Chiffre, den Bond aber akzeptiert, nachdem er lernen muss, dass die eigentlich wichtige Spionage nicht im Casino, sondern in kalten, langweiligen Büroräumen stattfindet. Hier zeigt Fleming, dass er die wirkliche Welt schon gut kennt...
Kein Genuss! - Ich habe den Film Casino Royal nicht gesehen, kenne aber viele James Bond Streifen. Das Buch ist grauenhaft! Der Film kann nur besser sein. Ian Flemmings Erstwerk ist eine Lachnummer und wahrlich kein Genuss zu lesen. Seine stuemperhaften Beschreibungen (z.B. das Blaehen der Nasenloecher James Bonds) lassen einen nicht nur einmal in Gelaechter ausbrechen. Durch das ganze Buch zieht sich eine unfreiwillige Komik, die man bei James Bond einfach nicht erwartet. Flemming verliert sich in Beschreibungen, die keinen interessieren und auch nicht wichtig fuer die Handlung sind. Den Helden der Geschichte, James Bond, beschreibt er als einen wirklich unsympatischen, chovinistischen Mann (um nicht A... zu sagen).Und daran koennen auch nicht solche Aussagen wie: wie alle brutalen Maenner, war auch Bond sensibel... etwas aendern.Ich habe noch drei Sterne gegeben, weil die Handlung an sich ganz spannend bis zum Schluss ist, ansonsten kann man das Buch vergessen.
Der erste und beste 007-Roman - 1952 geschrieben, 1953 erschienen, 2006 verfilmt - Ian Flemings persönlichstes Werk ist auch sein bestes. In diesem Bond steckt noch eine Menge von Fleming selbst, und 007 wird erst durch die Beziehung zu Vesper Lynd und deren tragischem Ende zu dem Mann, den wir alle meinen zu kennen.P.S.: Ich muss meinem Vorredner wiedersprechen: Der Film übernimmt die Handlung des Buches fast 1:1 - sie wurde halt an das Jahr 2006 angepasst, aber die Grundelemente sowie die Charaktere und deren Motive, ja sogar einzelnen Szenen wurden detailgetreu übernommen.